rare schwiz W https://www.srf.ch/news/schweiz/bundesgericht-mindestloehne-in-zuerich-und-winterthur-sind-gueltig
Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
Zürich und Winterthur dürfen Mindestlohn in Kraft setzen
Städte und Gemeinden des Kantons Zürich dürfen Mindestlöhne einführen. Das sagt das Bundesgericht.
Mir hend nöd z’vill Lüüt. Mir hend es System, wo Vermöge und Oberschicht a allne Ecke bevorzugt.
S’geniale a dere Debatte isch: Millionär und Milliardär im Parlament, Immobilie-Bsitzer, Verbänd und Partei-Elite zeiged permanent uf "z’vill Lüüt" - und de Pöbel diskutiert brav über Zuwanderig, statt über Bodebsitz, Hypothekarabzüg, BVG-Optimierig, Erbschafte, Kapitalgwünn und Mietwucher.
Das Problem isch nöd, dass z’vill Lüüt i de Schwiiz läbed. S’Problem isch, dass z’vill Regle so gmacht sind, dass Vermöge automatisch meh Vermöge wird - und Arbeit, Miete, Krankekass und Alltag immer meh drunter begrabe werded.
Wer Bode het, profitiert devo, dass Bauland knapp bliibt, Bauhöche begrenzt sind und Verdichtig überall blockiert wird. Für Eigentümer heisst das: Boderente. Für Mieter heisst das: meh Miete, weniger Wohnige, meh Druck.
Wer scho Vermöge oder Immobilie het, bechunt billigi Hypotheke als Hebel. Wer nüt het, zahlt Miete und finanziert indirekt d’Rendite vo de andere. Schöns Prinzip: "Du hesch scho vill? Da hesch no billigs Gäld dezue."
Hypozinse chasch vo de Stüüre abzieh. Miete nöd. Das belohnt verschuldeti Immobilie-Besitzer, vor allem bi hohem Iikomme und hohem Grenzstüürsatz. Wenn d’Hypothek optimiert wird, heisst’s Finanzplanig. Wenn d’Miete z’tüür isch, heisst’s halt: zieh doch weg.
Denn BVG. Wenn öpper Karriere macht und plötzlich 250k oder 300k verdient, tuet d’Pensionskass so, als hätt die Person dä Lohn scho s’ganze Läbe gha. Zack: "Vorsorgelücke". Und denn chan mer massiv stüürabzugsfähig iichaufe. Für Normalverdiener theoretisch au möglich - praktisch fehlt halt de Stutz.
Über em obligatorische BVG wird’s no schöner: Kader-Vorsorg, überobligatorischi Plän, 1e-Plän, individuelli Anlage, alles schön im Stüürmantel. Je höcher de Lohn, desto nützlicher s’Instrument.
Süüle 3a isch au so es Ding. Offiziell für alli. Real für die, wo nach Miete, Krankekass, Chind und Alltag no paar Tuusig Stutz vorig hend. Wer knapp lebt, het kei Stüürvorteil, sondern es leers Konto.
Privati Kapitalgwünn sind oft stüürfrei. Lohn wird brav bestüürt. Wenn s’Depot oder Beteiligige wachsed, isch’s elegant. Schaffe wird voll abgrächnet, Bsitz wachse loh viel weniger.
Erbschafte und Schänkige vererbed Klasse ziemlich bequem wiiter: Immobilie, Depots, Firmäanteil, Startvorteil. Und nachher heisst’s denn: "Mer muess halt fleissig si."
Pauschalbestüürig und Stüürwettbewerb helfed vor allem de Mobile und Riiche. Wer gnueg Gäld het, chan Kanton, Gmeind, Wohnsitz und Struktur optimiere. Normali Lüüt hanged a Job, Schuel, Familie und Wohnigsmarkt. Mobil sii isch sälber scho es Privileg.
Und all die Einsprach, Zoneplanig, Heimatschutz, Quartiercharakter, Ortsbild, Schattewurf, Verkehr, Lärm, Grünflächi - tönt alles neutral. I de Praxis schützt’s aber oft eifach bestehendi Eigentümer vor meh Wohnraum und damit vor sinkender Boderente.
Eigenmietwert-Debatte? Wird gern verkauft als Entlastig fürs Rentner-Päärli im alte Hüüsli. Je nach Usstaltig profitiere aber vor allem Lüüt mit vill Immobilievermöge. Mieter bechömed devo: exakt gar nüt.
Und wer nur Lohn het, isch stüürlich ziemlich nackt. Wer Firmä, Holdings, Dividende, Spese, Vorsorgelösige und Berater het, chan ganz anders jongliere.